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Deutscher Fenster Index (DFI)

Luft als Lebensspender.

Bringen Sie frische Luft in Ihr Leben!

Gerade in unseren immer besser gedämmten Wohnräumen ist richtiges, regelmäßiges Lüften wichtiger denn je. Während früher zugige Häuser und undichte Fenster für eine stetige, wenn auch ungewollte, Durchlüftung sorgten, sind unsere Häuser heutzutage gut isoliert und abgedichtet, um den Wärmeverlust möglichst niedrig zu halten.

Oft wird dabei jedoch vergessen, wie wichtig ein vernünftiges Lüftungsverhalten ist, um ein gesundes Raumklima zu erreichen. Wird zu wenig gelüftet, steigt die relative Luftfeuchtigkeit stetig an und es entsteht schnell ein zu feuchtes Raumklima, dass Wachstum von Schimmelpilzen begünstigt. Daher gilt es, ein gesundes Gleichgewicht zwischen einem vernünftigen Lüftungsverhalten und minimalem Wärmeverlust zu erreichen, um einerseits eine Nachhaltigkeit beim Energieverbrauch sicherzustellen, andererseits in Hinsicht auf den Gebäudeschutz dafür zu sorgen, dass die Bausubstanz nicht angegriffen wird.

Die gesunde Menge Frischluft

Ein geregelter Luftaustausch ist das A und O für ein gesundes Raumklima. Die Schwierigkeit liegt lediglich darin, das richtige Verhältnis zwischen Frischluftzufuhr und Wärmeverlust zu finden. Oder anders formuliert: die Kunst, ökologisch und heizkostensparend zu lüften. Eine Pauschallösung gibt es dafür leider nicht – wie lange ein optimaler Luftaustausch dauert, ist abhängig von Wind und Wetter, der Lage der geöffneten Fenster und vielen anderen Faktoren. Ein paar einfache und hilfreiche Grundregeln, Informationen und Tipps zum Thema optimales Lüften, die selbstverständlich allen aktuell gültigen Gesetzesvorlagen und Normen entsprechen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.


Das Raumklima als Wohlfühlfaktor.

Abkühlung wird zum Problem

Problematisch wird hohe Luftfeuchtigkeit besonders bei fallenden Temperaturen während der Heizperiode. Werden die Heizkörper heruntergeregelt, beispielsweise wenn niemand im Haus oder in der Wohnung ist, sinkt die Raumtemperatur und damit auch die Menge an Wasserdampf, die in der Luft gelöst sein kann. Früher war dies kein Problem. Doch heutzutage, da Häuser sehr gut abgedichtet sind und zudem über zeitgemäße Energiesparfenster mit Wärmedämmverglasungen verfügen, kann die Feuchtigkeit nicht mehr entweichen. Im Gegensatz zu einem Kubikmeter Luft mit einer Temperatur von 20 °C, in dem bis zu 17,3 Gramm Wasser gelöst sein können, kann die gleiche Luftmenge bei einer Temperatur von 0 °C lediglich 5 Gramm Wasser aufnehmen. Kühlt also feuchte Luft von 20 °C auf 0 °C ab, dann fallen pro Kubikmeter 12,3 Gramm Wasser als Tropfen aus.

BehaglichkeitWassergehalt

Werden also alte, zugige Fenster durch moderne, luftdichte Fensterelemente ersetzt, muss das Lüftungsverhalten dementsprechend angepasst werden. Zum Vergleich: Um die Dämmwerte eines moderne Energiesparfensters mit präzise gefertigtem Rahmen und Wärmedämmverglasung auf die eines alten Fensters zu reduzieren, müsste man ein etwa Tennisball großes Loch hineinschneiden. Dies verdeutlicht die Dimension des Wärmeverlustes alter Fenster ebenso wie die Bedeutsamkeit eines regelmäßigen Luftaustausches.

Die Faktoren für hohe Luftfeuchtigkeit

Eine relative Luftfeuchtigkeit von 40% bis 65% wird allgemein als behagliches Raumklima empfunden. Aber eine Vielzahl an alltäglichen Tätigkeiten sorgt für einen ständigen Anstieg der Luftfeuchtigkeit – vom Wasserdampf bei der Haushalts- und Körperpflege bis hin zur natürlichen Feuchtigkeitsabgabe von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Unser Lüftungstipp:

Lüften und lüften lassen
Bei den Dämm- und damit auch Dichtigkeitswerten heutiger Gebäude und Fenster ist richtiges Lüften für den Austausch der verbrauchten Luft und zur Reduzierung der Luftfeuchtigkeit besonders wichtig. Damit beim Lüften jedoch nicht unnötig Energie verschwendet wird, gilt es entweder ein paar wichtige Regeln zu beachten oder sich der Hilfe innovativer Fenstertechnik zu bedienen. Mit dem gezielten Einsatz von Fensterfalzlüftern lässt sich die Feuchtigkeit in den Räumen kontrolliert nach außen abführen. Ein cleverer Weg, um Energie einzusparen.

Die in den Fensterrahmen integrierbaren Fensterfalzlüfter sind bei geschlossenem Fenster nicht sichtbar und lüften ohne Zutun des Nutzers. Damit keine unangenehme Zugluft entsteht, verringern sie die Luftzufuhr bei starken Windböen automatisch.

 

Frischluft als Dauergast.

Für das richtige Lüften gibt es kein Patentrezept. Zum einen wegen der Vielzahl an Faktoren, von der die relative Luftfeuchtigkeit abhängt, also auch vom Lüftungsbedarf und zum anderen, weil jedes Haus und jede Wohnung anders aufgebaut ist. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten von Lüftungssystemen: die freie Lüftung und die ventilatorgestützte Lüftung.

Freie Lüftung

Als freie Lüftung bezeichnet man alle Lüftungsarten, die ohne maschinelle Unterstützung funktionieren, wie beispielsweise das Querlüften. Dabei wird der Druckunterschied auf den verschiedenen Gebäudeseiten genutzt, die Luft strömt durch geöffnete Fenster oder
Lüftungselemente auf der einen Seite des Gebäudes herein und auf der anderen hinaus. So lässt sich die Feuchtigkeit aus den Wohnräumen abführen. Bei der Schachtlüftung wird ein Unterdruck in den Wohnräumen erzeugt, so dass frische Luft durch Lüftungselemente nachströmt und die feuchte Luft über den Schacht abgeführt wird.

Ventilatorgestützte Lüftung

Ventilatorgestützte Luftsysteme saugen die Luft aus der Wohnung heraus, so dass Feuchtigkeit kontrolliert abgeführt werden kann. In den Fenstern integrierte Lüftungselemente sorgen dafür, dass frische Luft in die Wohnung einströmt und somit kein Druckunterschied entsteht. In Kombination mit hochdämmenden Fenstern und Wärmerückgewinnungssystemen können Häuser in Passivhausbauweise realisiert werden.

Die verschiedenen Lüftungsarten

Freie Lüftung Schachtlüftung Ventilatorlüftung

Taupunkttemperatur

TauwasserDa die Luftfeuchtigkeit 100% nicht übersteigen kann, gibt es einen Punkt, an dem die Luft keine Feuchtigkeit mehr aufnimmt sondern die Feuchte aus der Luft ausfällt. Da dieser Wert abhängig ist von der Temperatur, spricht man hier von der Taupunkttemperatur, also der Lufttemperatur, bei der die relative Luftfeuchte 100% beträgt und damit der Tauwasserfall beginnt. So liegt die Taupunkttemperatur von 20°C warmer Luft und einer relativen Luftfeuchte von 50% bei 9,3 °C. Sprich, kühlt die Luft auf weniger als 12,6°C ab, steigt die Luftfeuchtigkeit auf über 80% und die Gefahr der Schimmelpilzbildung besteht.

Unser Lüftungstipp

Vier Lüftungsstufen bei Gebäuden
In der neuen Wohnungs-Lüftungsnorm DIN 1946-6 wird zwischen insgesamt vier Lüftungsstufen unterschieden, die dafür sorgen, dass in Gebäuden immer eine gute Raumluftqualität vorherrscht und die Luftfeuchtigkeit reguliert wird.

Die „Lüftung zum Feuchteschutz“ ist eine nutzerunabhängige Lüftungsart, die einer Vermeidung von Feuchteschäden im Haus, z.B bei zeitweiliger Abwesenheit wie Urlaub, dient und damit die Bausubstanz des Gebäudes erhält.

Unter der „Reduzierten Lüftung“ versteht man eine Lüftung, die den Luftaustausch während zeitweiliger Abwesenheit wie Arbeit sicherstellt.

Als „Nennlüftung“ wird die Lüftung bezeichnet, die notwendig ist, um den hygienischen Anforderungen und dem Bautenschutz bei Anwesenheit der Nutzer gerecht zu werden.

Mit der „Intensivlüftung“ wird die Lüftung zum Abbau von Lastspitzen bezeichnet, wie sie beispielsweise nach einem Fest mit vielen Gästen entstehen.

Eckpunkte der neuen DIN-Norm 1946-6
Die neue DIN 1946-6 gilt sowohl für die freie als auch für ventilatorgestützte Lüftung von Wohnungen und gleichartig genutzten Raumgruppen, sogenannten Nutzungseinheiten.

Wann die Instandsetzung/Modernisierung eines bestehenden Gebäudes gemäß der DIN 1946-6 lüftungstechnisch relevant ist, hängt ab von der Anzahl der auszutauschenden Fenster bzw. der abgedichteten Dachfläche. Ausgehend von einem für den Gebäudebestand anzusetzenden n50-Wert von 4,5 h-1 muss ein Lüftungskonzept erstellt werden, wenn

  • in einem Mehrfamilienhaus mehr als 1/3 der vorhandenen Fenster ausgetauscht werden,
  • in einem Einfamilienhaus mehr als 1/3 der vorhandenen Fenster ausgetauscht bzw. mehr als 1/3 der Dachfläche abgedichtet werden.

Für die Lüftung von fensterlosen Räumen, die unter die Bauaufsichtlichen Richtlinien für die Lüftung fensterloser Küchen, Bäder und Toilettenräume in Wohnungen fallen, gilt dabei zusätzlich die DIN 18017-3.

 

Mehr als Luft und Wasser.

Selbstverständlich ist nicht nur der Feuchtegehalt der Luft, also die relative Luftfeuchtigkeit, für ein gesundes Raumklima verantwortlich. Auch die anderen Bestandteile der Luft wie Kohlendioxid und Kohlenmonoxid sowie Gerüche und Schwebstoffe sind mit ausschlaggebend dafür, ob wir dem Bedürfnis unseres Körpers nach frischer Luft gerecht werden.

Kohlendioxid

Der wichtigste Richtwert für die Raumlüftung ist der Kohlendioxidgehalt. Der CO2-Gehalt der Raumluft steigt zwar bei Anwesenheit von Personen an, bei normaler Raumnutzung ist jedoch keine Lüftung zur Reduzierung der CO2-Werte notwendig.

Kohlenmonoxid

Der Kohlenmonoxidgehalt ist nur in Räumen mit einer offenen Feuerstelle relevant, da CO-Gase nur entstehen, wenn eine Verbrennung nicht planmäßig verläuft. Gründe dafür können fehlgeleitete Abgase oder die unzureichende Zufuhr von Verbrennungsluft sein. Da Kohlenmonoxid ein geruchloses Gas ist, wird es zumeist nicht vom Bewohner wahrgenommen und ist daher besonders gefährlich.

Sauerstoff

Der normale Sauerstoffanteil der Luft liegt bei ca. 20%, aber auch niedrigere Werte sind nicht gesundheitsschädlich. Da akuter Sauerstoffmangel jedoch zu Konzentrationsmängeln und Ermüdungserscheinungen führen kann, empfiehlt sich regelmäßiges, kurzes Stoßlüften für die nötige Frischluftzufuhr

Gerüche und Schwebstoffe

Im Gegensatz zu Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Sauerstoff sind Gerüche und Schwebstoffe wie beispielsweise Zigarettenrauch in der Luft wahrnehmbar. Derartige Verschmutzungen vermitteln am deutlichsten das Gefühl von schlechter Luft und lösen den Wunsch nach frischer Luft aus.

Meteorologie

Zu den wichtigsten Faktoren eines effektiven Lüftungsverhaltens zählt die Lage der geöffneten Fenster. Umströmt der Wind ein Gebäude, so entsteht auf der dem Wind zugewandten Seite ein Staudruck und auf der dem Wind abgewandten Seite ein Unterdruck. Zudem wird die Lüftungsrichtung von den Temperaturen der Innen- und Außenluft beeinflusst. Wer die Druckdifferenz richtig ausnutzt, sorgt für einen schnelleren und effektiveren Luftaustausch.

Offenes Feuer

Für den Betrieb einer offenen Feuerstätte ist eine ausreichende Zufuhr von Verbrennungsluft unverzichtbar. Daher müssen bei der Aufstellung von Feuerstätten alle gesetzlichen Regelungen der jeweiligen obersten Bauaufsichtsbehörde des entsprechenden Bundeslandes beachtet werden.

Unser Lüftungstipp

Wie man den Wind nutzt
Wer schnell lüften möchte, sollte sich vom Wind helfen lassen. Je nach Lage Ihrer Wohnung können Sie den Staudruck auf der dem Wind zugewandten Seite nutzen, um frische Luft in die Wohnung zu bekommen. Oder Sie nutzen die Sogwirkung auf der dem Wind abgewandten Seite, um die verbrauchte Luft aus Ihren Räumen zu saugen. Optimalerweise kombinieren Sie beides miteinander, indem Sie zwei gegenüberliegende Fenster öffnen.

 

Produktlösungen der Marken KBE, KÖMMERLING und TROCAL finden Sie hier:

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